2016/03 Bodycam im Einsatz

Quelle: Bundespolizei Kompakt

62 770 Straftaten gegen Polizeibeamte bundesweit, 17 472 verletzte Beamte und eine Zunahme von über 14 Prozent bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen. Diese Zahlen sprechen für sich. Um der zunehmenden Gewalt und Respektlosigkeit entgegen zu wirken, sind seit wenigen Monaten Körperkameras bei der Bundespolizei im Einsatz, zunächst nur in der Erprobung. Doch die ersten Erfahrungen machen deutlich, dass ein Zurück nur schwer vorstellbar wäre.

Plötzlich und völlig überraschend beruhigt sich die aufgeheizte Situation. Die Aggressivität der beiden großen, kräftigen Männer weicht fast Freundlichkeit. Sie, die sich zuvor weigerten, das Schnellrestaurant zu verlassen, die Angestellten bedrohten und auch auf die Beamten nicht reagierten, weisen sich nun mit ihren Pässen aus und stehen kerzengerade im „Achtung“. Was war passiert? Die Beamten des Reviers am Hamburger Hauptbahnhof (Hbf.) waren durch die Mitarbeiter eines Schnellrestaurants gerufen worden. Zwei stark alkoholisierte Männer wollten die Toiletten nicht verlassen. Auch gegenüber den Polizisten verhielten sich diese äußerst aggressiv - bis zu dem Zeitpunkt, als die Kamera zugeschaltet wird. Diese Situation schildert Erik Kienitz als ein Beispiel für den bisher erfolgreichen Einsatz der Body-Cam. Und er schiebt nach: „Wer weiß, wie die Situation sonst weiter verlaufen wäre?“ Der 32-Jährige ist Gruppenleiter im Revier am Hamburger Hbf. und einer von zwei Einführungsverantwortlichen für die Körperkameras bei der Bundespolizeiinspektion Hamburg (BPOLI HH).


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