2017/04 Polizei in NRW testet Bodycams

Von Christian Wolf / www.wdr1.de


Ab Mai tragen 400 Polizisten in NRW testweise Körperkameras im Einsatz

Angriffe und Pöbeleien sollen verhindert und besser aufgeklärt werden

Auch in privaten Räumen darf gefilmt werden

Eine sogenannte Body-Cam ist in Düsseldorf an einem Polizeibeamten zu sehen.

Die Kameras werden auf der Brust getragen

Nachdem die Bundespolizei bereits erste Erfahrungen mit sogenannten Bodycams in Bahnhöfen gesammelt hat, wird nun auch die Landespolizei in NRW mit diesen speziellen Schulterkameras ausgestattet. Ab Mai soll ein Pilotprojekt in Düsseldorf, Duisburg, Köln, Wuppertal und dem Kreis Siegen-Wittgenstein beginnen, wie Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag (10.04.2017) bekanntgab.


Kameras sollen deeskalierende Wirkung haben

Mit rund 200 hochauflösenden Kameras sollen 400 Beamte im Streifendienst dann ausgestattet sein. Sowohl Bild- als auch Tonaufnahmen werden gespeichert. Die Kameras kämen aber nur in "brenzligen Situationen" zum Einsatz und würden nicht prophylaktisch alles aufzeichnen, so Jäger. Ziel sei es, eine "deeskalierende Wirkung" im Alltag zu schaffen, indem aggressives Verhalten gegenüber Polizisten allein durch die Kameras unterbunden werde. "Wir wollen herausfinden, ob die Übergriffe auf Beamte durch den Einsatz der Bodycams abnehmen", sagte Jäger.


Auch in Privatwohnungen filmen

Durch die Kameras soll es mehr Sicherheit für Polizisten geben

Zu diesem Zweck haben die jeweils 1.000 Euro teuren Kameras ein Display, auf dem sich das Gegenüber sehen kann. Zudem werden die Betroffenen darauf hingewiesen, ehe die Kameras aufzeichnen. "Das alleine könnte schon entwaffnend sein", erhofft sich der Minister. Ob die Kameras wirklich einen Nutzen haben, sollen Wissenschaftler parallel untersuchen. Bundesweit einmalig sei, dass auch in privaten Räumen gefilmt werden dürfe. Dafür wurde extra das Polizeigesetz geändert.

Schon seit Jahren wird in NRW über den Einsatz von Bodycams gestritten, vor allem die Opposition hatte sie gefordert. Im vergangenen Jahr hatte Jäger dann den Kurswechsel vollzogen. Pilotprojekte aus anderen Bundesländern wollte er nicht mehr abwarten und stattdessen in Nordrhein-Westfalen eigene Erfahrungen sammeln. Wie lange nun in NRW getestet wird, ließ der Minister am Montag offen.


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