2012-49 Standpunkt Ausgabe

Videoausstattung im Streifendienst Teil 2

Die Standpunktredaktion informiert BodyCams senken die Anzahl der eingestellten Fälle bei häuslicher Gewalt (HG). Dank des neuen Trainings und der Körperkameras wurden im Bereich Bell County, Texas, weniger Fälle HG eingestellt, die Anzahl der abgewiesenen Fälle sank. Die Polizei in Sussex stellt ähnliches in ihrer " Operation Cranberry" fest. Spezielle, mit Kameras ausgerüstete Teams übernahmen Fälle von HG über die Weihnachtsfeiertage. Es gibt verschiedene Gründe warum Fälle von HG nicht angezeigt werden: Es gibt vielleicht nicht genügend Beweise oder der oder die Geschädigte hat Angst Anzeige zu erstatten. Während der Operation Cranberry sah sich der Staatsanwalt die Aufnahmen der Kameras an und erhob Anklage in einem Fall, der sonst eingestellt worden wäre. Die Verurteilungsrate in Fällen von HG nahm dank BodyCams zu. Dies war nicht nur in England und Texas der Fall, sondern auch in Canada, wo die Rate von 50% auf 95% stieg, da der Videobeweis zu einer höheren Anzahl von Geständnissen führte und die Beamten ab dem Eintreffen vor Ort alles aufzeichnen konnten. In Fällen, wo die Opfer Angst hatten auszusagen, reichte der Videobeweis allein vor Gericht schon aus, um eine erfolgreiche Verurteilung sicherzustellen. USA: Umfrage unter Polizisten zum Thema Kameras und Beschwerden Eine Untersuchung in USA zeigt, dass über 85% der befragten Polizisten angeben, dass am Körper getragene Videokameras falsche Anschuldigungen (polizeiliches Fehlverhalten) und Gerichtsverfahren (gegen Polizeibeamte) reduzieren. 77% gaben an, dass sie die Kamera am Körper für effektiver halten als die im Fahrzeug angebrachte. Bei der Kamera von Reveal Media muss man sich aber nicht entscheiden, es sind beide Lösungen möglich: Es gibt für den Fahrzeugeinsatz eine Saugnapfhalterung. Anwendungsgebiete der mobilen Kameras (Bodycam) Im polizeilichen Streifendienst z.B. zur Aufnahme vom Verhalten bei verbaler und/oder körperlicher Gewalt gegen Polizeibeamte, dem Verhalten betrunkener Autofahrer, von Tätern in Fällen von häuslicher Gewalt, von Zeugen bei komplizierteren Sachverhalten und am Unfallort durch Filmaufnahmen in HD. Be i Einsatzhundertschaften (Fußball - spiele, Demonstrationen) in der Dokumentation mit Ton von Bedrohung, Beleidigung, Körperverletzung direkt an der "Front". Beim Einsatz bei der Spurensicherung erzielt man Video in HD, hat beide Hände frei bei der Spurensicherung, kann sie gleichzeitig nutzen als Diktiergerät und somit Gedankenstütze zur späteren Berichtserstellung, für die Rekonstruktion eines Tatablaufes, evt. mit dem Täter vor Ort (auch Kamera aus Tätersicht). Bei der Autobahnpolizei z.B. durch Aufnahmen von Fahrern nach Geschwindigkeitsverstößen (Ansprechen am Fahrzeug), ausländischen LKW-Fahrern (nachträgliche Übersetzung) und bei der Durchsuchung von verdächtigen PKW (Hände frei, Dokumentation der Auffindesituation) Zur Bedienung der BodyCam RS3-SX Die Anzahl der Knöpfe an der Kamera wurde bewusst klein gehalten: Der Träger hat nur die Möglichkeiten: - Die Aufnahme zu starten und zubeenden (großer roter Schalter auf der Seite) - Die Aufnahme anzusehen (Play, Vor- und Rücklauf) - Aufnahmen als wichtig zu markieren. Weitere Einstellmöglichkeiten sind für ihn an der Kamera nicht vorgesehen, auch können Videos nicht gelöscht, Einstellungen oder Datum/Uhrzeit nicht geändert werden. Die Aufnahme startet, auch bei ausgeschaltetem Gerät, durch das Bedienen des Schiebeschalters.

Je nach Menüeinstellung ertönt ein akustisches Signal und die rote LED an der Oberseite des Gerätes beginnt zu blinken, der Monitor schaltet sich ein. Interessantes Detail: Es ist möglich, über das Menü zu steuern dass die Aufnahme schon 30 Sekunden vor dem Einschalten beginnt. Somit sind evtl. wichtige Szenen, die zum Einschalten der Kamera geführt haben, nicht verloren. Für Einstellungen wird eine kleine Kabel-Fernbedienung mitgeliefert, die den Zugriff auf das Menü erlaubt und die z. B. auf der Wache beim Vorgesetzten verbleibt. Mit ihr werden alle Grundeinstellungen der Kamera (Aufnahmequalität, Datum/ Uhrzeit, Warntöne etc.) vorgenommen. Somit sind Manipulationen seitens des Trägers nicht möglich. Zu einer korrekten Dokumentation gehört natürlich auch die Speicherung der Aufnahmen zur späteren Weiterverwendung. Im Lieferumfang ist eine CD mit den Programmen enthalten. Damit wird der Aufbau einer Video-Bibliothek möglich, in der auch nach Aktenzeichen oder bestimmten Zeiträumen gesucht werden kann. Vor dem Überspielen auf den Rechner werden die Videos gesichtet. Fehlaufnahmen werden gelöscht, unwichtige Aufnahmen als solche gekennzeichnet und gespeichert. Es besteht die Möglichkeit, diese Aufnahmen nach einer bestimmten Zeit automatisch zu löschen. Wichtige Aufnahmen werden als Beweismittel gekennzeichnet. Wichtige und unwichtige Aufnahmen können mit sog. "tags" versehen werden, also Stichwörtern, Suchbegriffen, Aktenzeichen usw. Erläuterungen zum Video werden in einem zusätzlichen Feld eingegeben. Beim Abspielen der Videos können Standbilder als "Schnappschuss" erzeugt und gespeichert und ausgedruckt werden. Somit stehen Fahndungsfotos aus den Aufnahmen sofort zur Verfügung.

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